Perkutane Laser-Diskusdekompression (PLDD)Die photodynamische Bandscheibendegeneration (PLDD) hat sich als minimalinvasive Alternative zur konventionellen offenen Operation bei der Behandlung von Bandscheibenvorfällen mit umschriebener Läsion etabliert. Das Grundprinzip der PLDD besteht in der Einführung einer speziellen optischen Faser in den Bandscheibenkern, gefolgt von der Abgabe von Laserenergie zur Ablation eines kleinen Volumens des Nucleus pulposus (NP). Durch diese Vaporisation entsteht ein kontrollierter intradiskaler Hohlraum, der den Innendruck reduziert und somit die Kompression benachbarter Nervenstrukturen verringert. Unter den verschiedenen verfügbaren Lasersystemen haben sich Diodenlaser mit Emissionswellenlängen von 980 nm und 1470 nm aufgrund ihrer einzigartigen Absorptionsprofile in biologischem Gewebe als besonders wirksam erwiesen.
Die Wellenlänge von 980 nm weist einen ausgeglichenen Absorptionskoeffizienten in Wasser und Hämoglobin auf. Diese Eigenschaft ermöglicht die gleichzeitige Koagulation kleiner intradiskaler Gefäße und die effiziente thermische Ablation des Nucleus pulposus. Allerdings wird die Energie von 980 nm teilweise von umliegendem Gewebe absorbiert, was eine sorgfältige Technik erfordert, um thermische Schäden an der Knorpelendplatte zu vermeiden.
Im Gegensatz dazu liegt die Wellenlänge von 1470 nm nahe dem Absorptionsmaximum von Wasser. Folglich wird ihre Energie fast ausschließlich vom hydratisierten Nucleus pulposus absorbiert, was einen stark begrenzten thermischen Effekt gewährleistet. Die Ablationseffizienz des 1470-nm-Lasers ist deutlich höher – etwa 20- bis 30-mal höher als die herkömmlicher 1064-nm-Nd:YAG-Systeme – und ermöglicht kürzere Belichtungszeiten sowie eine geringere thermische Ausbreitung auf den Anulus fibrosus und die umliegenden Nerven. Beide Wellenlängen werden üblicherweise über eine optische Faser übertragen, die den Strahl nach vorne lenkt. Die Konstruktion der optischen Faser ist für die perkutane Laser-Dislokation (PLDD) entscheidend, da sie dem Chirurgen eine präzise Zielsteuerung des zentralen Bereichs des Nucleus pulposus ermöglicht und gleichzeitig das Risiko einer Bandscheibenperforation minimiert.
Zu den klinischen Vorteilen des Zweiwellenlängenverfahrens (980 nm/1470 nm) zählen die sofortige Druckreduktion im Bandscheibengewebe, die schnelle postoperative Erholung und der Erhalt der Beweglichkeit der Wirbelsäulensegmente. Patienten berichten in der Regel innerhalb von 24 bis 48 Stunden von einer deutlichen Linderung der radikulären Schmerzen. Die Komplikationsrate ist gering, wenn die Eingriffe fluoroskopisch gesteuert und auf umschriebene Bandscheibenvorfälle beschränkt sind.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Synergie zwischen der 980-nm-Wellenlänge (Gefäßkoagulation) und der 1470-nm-Wellenlänge (hohe Wasserabsorption) die Diodenlasertechnologie für die photodynamische Bandscheibendegeneration (PLDD) besonders geeignet macht. Diese Methode bietet eine sichere, ambulante Behandlungsmöglichkeit für symptomatische Bandscheibenerkrankungen der Lendenwirbelsäule und reduziert effektiv das Volumen des Nucleus pulposus, ohne die Wirbelsäule zu destabilisieren. Weitere prospektive Studien sind erforderlich, um die Energieparameter zu optimieren und Langzeitergebnisse zu vergleichen.
Veröffentlichungsdatum: 27. Mai 2026
